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Quelle: Sauerlandkurier

 

Westheim.


„Hartnäckigkeit zahlt sich aus“, bestätigte anerkennend Klaus-Martin Großmann von der Oberen Landschaftsbehörde. Seit sechs Jahren weiß der Angelclub Westheim, dass er gegen die zunehmende Verlandung und Überwucherung von zwei der von ihnen genutzten Baggerseen südlich der Diemel etwas unternehmen muss – mit einem einfachen Abmähen war hier aber nichts mehr zu machen. Seit Montag sind zwei Bagger-Boote vor Ort und haben ihre Arbeit aufgenommen.
 Im Sommer ist es ein idyllischer Anblick: ein Teich, bedeckt mit den Blüten der Gelben Teichrose, oder Teichmummel, wie sie auch genannt wird. Aber die Idylle trügt: Die Rhizome der Pflanze breiten sich extrem aus, durch die Blätterschicht kann der Wind kaum noch Sauerstoff in den Teich eintragen. Absterbende Pflanzenreste tragen ein Übriges dazu bei, der Teich verlandet und droht zu kippen. Für die Angler kein erfreulicher Zustand. Vor allem der fehlende Sauerstoff gefährdet ihren Fischbestand – aber es geht nicht nur darum: Denn mit den Fischen hat sich ein Ökosystem im und am Teich gebildet. Ein gesunder Fischteich beherbergt Amphibien und lockt Vögel an, wie Eistaucher oder Silberreiher. Auch Zugvögel wie die Nilgänse machen auf ihrer Durchreise hier Station.
 „Mit viel Liebe zu Kreatur und Natur“, erzählte der Erste Vorsitzende des Vereins Ralf Figge, bewirtschafte man seit 1981 die jeweils rund zwei Hektar großen Teiche. „Wir Angler verstehen uns als Naturschützer. Wir hegen und pflegen die Natur – und das nicht nur aus Eigeninteresse“, erklärte er weiter. Ortsbürgermeister Franz-Josef Weiffen bestätigte, dass davon der ganze Ort profitiere, denn die Diemelauen und Baggerseen seien ein beliebtes Naherholungsziel. Das gefährdete Ökosystem war für die Untere Landschaftsbehörde ausschlaggebend für die Genehmigung, rund 90 Prozent des Teichrosenbesatzes zu entfernen. Eigentlich steht die Gelbe Teichrose unter Naturschutz, hier verdränge sie aber sämtliche andere Wasserpflanzen. Die Bezirksregierung stellte 21.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung.
 Die Stiftung der Sparkasse Paderborn-Detmold unterstützte das Projekt mit 2.500 Euro – der Förderverein „Unser Westheim“ mit weiteren 2.600 Euro. Der Eigentümer der Seen, Baron Moritz von Twickel, erklärte, auf Pachteinnahmen in Höhe von rund 6.000 Euro zu verzichten. Der Inhaber der ausführenden Fachfirma Klaus-Stephan Schunke gewährte spontan einen Nachlass von 2.500 Euro auf die Rechnung. Der Gesamtaufwand beläuft sich auf zirka 30.000 Euro.

 



Bildzeile: Förderer und Spender überzeugten sich vom Fortschritt der Maßnahmen des Angelclubs an den Baggerseen in Westheim.     Foto: Kristin Sens

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