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Der Kuckuck

Blick vom Eichholz

zum Bild oben: Blick vom Eichholz  

An der Nordwestecke des Reviers Helmighausen liegt der Kuckuck. In seiner Nähe wurde 1672 der "Wildzaun" errichtet, der das Wild im Walde zurückhalten sollte. Wegern der Grenznähe war es oft zu Streitigkeiten über Jagd und Wild gekommen.

Die Familie Striepke wird ab 1721 über mehrere Generationen hinweg als Wildzaunwärter genannt. Sie wohnte in einem späteren Forsthaus, das einige Male erneuert worden ist, 1886 abbrannte und dann nicht mehr wieder aufgebaut wurde. Zum früheren Forsthaus gehörten 3 ha Acker und Wiese, die 1882 bis auf 1/2 Ha als Ablösung von Holz- und Huteberechtigungen an Billinghausen abgetreten wurden.

Außer dem Forsthaus stand noch ein Wirtschaftsgebäude mit eingebauter Wohnung am Kuckuck. Dieses Haus wurde 1884 erbaut. Der Vorgängerbau, wahrscheinlich ein ähnliches Gebäuse, war 1822 im Eigentum der Familie Jost. Die Familie Jost wurde vorher als "Schweizer" in Billinghausen genannt, im Kuckuck lebten sie als "Leineweber". Als Leineweber ist Friedrich Jost noch 1860 im Bürgerbuch genannt. 1836 wird ihm gestattet, höchstens zwei Stück Rindvieh mit dem des Försters Striepeke an erlaubten und unschädlichen Stellen zu weiden.

Nach der Familie Jost besaßen die Fleckners das Haus "...Dazu gehören Backhaus, Bienenstand und etwa 71 ar gute Obstgärten und Hausgarten." Außerdem hatten sie die restlichen zwei Morgen des Försterlandes in Pacht.

Im Jahr 1904 verhandelte das Fürstliche Forstamt Rhoden und die Forstinspektion in Arolsen mit Fleckner wegen Ankauf des Hauses. Fleckner wollte in Westheim bauen. Die Forstverwaltung wollte das Haus um eine zweite Wohnung erweitern. Baurat Rittersbusch hatte schon Pläne hierfür gefertigt. Der Forstmeister schreibt: "Ich halte die Schaffung einer Wohnung am Kuckuck für einen oder besser zwei Arbeiter, von denen einer für den Forstschutz mitverantwortlich gemacht werden müßte, für sehr empfehlenswert, ja dringend nötig."

Nach dem Verkauf bittet Fleckner 1906, doch weiter im Kuckuck wohnen zu dürfen. Anscheinend war der Bedarf für die Waldarbeiter doch nicht mehr vorhanden, denn noch 1935 wohnte Fleckner am Kuckuck und bittet um weitere Vermietung.

Im Oktober 1935 besichtigt Architekt Botsch das Haus und stellt große Mängel fest., U. a. "Die Wasserversorgung erfolgt durch einen offenen Graben von ca. 500 m Länge. Derselbe läuft durch den Wald und mündet am Hause in einem Holzkübel".

Am 15.2.1938 räumt Fleckner dann das Haus, das anschließend abgebrochen werden soll.

Die Firma Dinger mahte ein erstes Angebot für den Abbruch über 120 Mark. Nach einem 2x Angebot zahlte die Firma Dinger noch 50 Mark für verwendbares Material. Karl Köhler und Karl Bunse aus Helmighausen haben dann die Gebäude 1938/39 abgebrochen und das Material übernommen. Am 26.5.1939 teilte das Forstmat der Dominalverwaltung mit: "Das Haus am Kuckuck ist restlos abgebrochen".

Kellerrest des Hauses Fleckner

zum Bild oben: Kellerrest des Hauses Fleckner

Anmerkung der Redaktion: Bei einer Wanderung am 10.04.2011 konnten wir diese Kellerreste noch fast genau so vor finden.

 

Helmighäuser Förster

Nach Kirchenbuch, Bürgerbuch und Gemeinderatsprotokollen zusammengestellt

Helmighäuser Förster

 

(Quelle: Auszug aus einem Buch von Heinrich Bodenhausen mit freundlicher Genehmigung, hier die Seiten 148 bis 150; Das Team von westheim.org sagt vielen Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung und die Übersendung der Daten)

Am 11.10.2003 machte der Waldeckische Geschichtsverein e. V. - Bezirksgruppe Diemelstadt - eine Wanderung "Rund um den Großen Kehlberg" und dokumentierte diese vorbildlich. Das Dokument wurde uns von Herrn Karl Heinemann zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals dafür und für die Hilfe. Hier nun das wirklich sehr interessante Dokument:

Hier noch weitere Bilder:

Rotes Ufer 1990

Bild oben: Rotes Ufer 1990

Spitzahorn beim ehem. Forsthaus

  Bild oben: Spitzahorn beim ehem. Forsthaus

Weishauptseiche

Bild oben: Weishauptseiche

Weishauptspfad

Bild oben: Weishauptspfad

Text aus Bildband Helmighausen

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