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Der Waldeckische Geschichtsverein e.V. hat in der soeben erschienen Chronik von Hesperinghausen einen wunderbaren Bericht über den Büchenberg gebracht. Da der Berg zum Waldecker-Land gehört, aber sehr viel geschichtliches mit Westheim gemeinsam hat, wurde dieser mit Genehmigung vom Autor, Heinrich Bodenhausen, sowie dem Herausgeber, Waldeckischer Geschichtsverein e.V., hier eingestellt:

 

 

Der Büchenberg

 

Am Ausgang des Kallentales liegt der Büchenberg (Im Volksmund Buchenberg). Seinen Namen wird er von früherem Buchenwald erhalten haben. Auf dem Kalkboden hatte die Buche bessere Chance zu überleben als andere Bäume.

Seit der Verkoppelung ist der Büchenberg zum großen Teil in Besitz von Graf Stolberg, jetzt Familie v. Twickel, in Westheim und der Gemeinde Westheim, jetzt Stadt Marsberg.

 

Luftbild Huxstein-Büchenberg

 

Die schräg nach oben laufende weiße Linie ist als Landesgrenze eingezeichnet. Sie ist nicht korrekt, deshalb nach der Karte verbessert - - -

 

1. Das Dreiländereck aud fem Huxstein

2. Die Grenze "Curcölln" zu "Paderborn" - . -

3. Der Steinbruch

4. Der Steilhang zum Kallental

5. Die Brücke zum ehemaligen Fußweg

6. Der Marsberger Stadtwald

7. Das Lülingsloch

 

Der Nordwesthang des Berges, des jetzigen Marsberger Stadtwaldes und der Hang der Familie v. Twickel, wurden bis Mitte der 1950er Jahre von einer großen Ziegenherde aus Westheim behütet. Die Ziege, die Kuh des kleinen Mannes, war in Westheim stark verbreitet. Ein Ziegenhirte ging, nachdem der Tau auf dem Gras abgetrocknet war, mit einem Horn durchs Dorf und blies kräftig. Die Bewohner diesseits der Bahnlinie ließen ihre Ziegen frei, die sich hinter dem Hirten sammelten und in einer Herde von etwa 300 Tieren an den Büchenberg zogen. Des Abends folgten sie dem "trötenden" Hirten ins Dorf und fanden ihre Ställe wieder. Dreihundert Ziegen in einer kleinen Herde erweckten den Eindruck, als sei der Berg weiß. Auf der Nordseite der Bahnlinie gab es noch eine weitere Ziegenherde. Das waren jedoch "nur" 200 Tiere, die Richtung Oesdorf an den Treppenberg zogen. Die Ziegen hielten durch ihren Verbiss die Verbuschung der Flächen in Grenzen, sodass die typische Kalkmagerrasen-Pflanzenwelt erhalten blieb. Jetzt ist die Verbuschung so weit fortgeschritten, dass der Berg schon fast zugewachsen aussieht.

 

Eine "kleine" Ziegenherde am Büchenberg. Foto Wolfgang Becker

 

Über dem Nordhang des Berges steht, von Westheim gut zu sehen, ein großes Holzkreuz. Das Kreuz hat eine besondere Geschichte. Im Jahre 1848 gab es auch in Westheim eine kleine Revolution. Im Büchlein "Joseph Graf zu Stolberg-Westheim" ist darüber berichtet:

 

Aufgebrachte Bauern kamen vor das Schloss gezogen und verlangten alte Rechte und Ablösung von gutsherrlichen Lasten. Graf Stolberg ging unter die Leute und versuchte sie zu beruhigen. Durch sein besonnenes Auftreten konnte er die Menge nur schwer beruhigen.

Allein mit der Nacht kam die Ruhe, des folgenden Morgens war Westheim wieder nüchtern und die Revolution war vorüber.... Im Dorf war man bestrebt, wieder ein gutes Verhältnis mit dem Grafen zu bekommen.

Am 10. Juni 1848 erwählte der Schützenvorstand von Westheim den Grafen Joseph Stolberg zu seinem Schützenobersten"...."....Dieser trug für die "Affenkomödie" des Schützenvereins nicht gerade allzu großen Respekt, allein den guten Willen und die dargereichte Hand der Versöhnung wollte er nicht zurückweisen. Er benutzte die öffentliche Feier, um in einer kräftigen Ansprache den Mitbürgern einige heilsame Lehren einzuprägen. Die Reue war ehrlich und die Versöhnung nachhaltig.

Zum Dank, daß der Graf die Wahl zum Obersten angenommen, und zur Erinnerung an seine mächtige Ansprache, beschloß der Schützenvorstand, auf dem Büchenberg, Stolbergs Wohnhaus gegenüber, ein Kreuz zu errichten. Am 12. August 1848, dem Geburtstag des Grafen, kam das "Schützenkreuz" an seine Stelle, ein "Zeichen der Liebe und Freundschaft".

 

Die Einweihung nach der Wiederaufrichtung 1989

Von links: Ortsheimatpfleger Wolfgang Becker, Pastor Klaus Peter Niggemann, Ortsvorsteher Franz-Josef Weiffen

 

In den 150 Jahren seit der Errichtung ist das Kreuz einige Male erneuert worden. Im August 1989 wurde es zuletzt wieder aufgestellt und festlich eingeweiht. Seitdem ist es wieder von weitem als besonderes Zeichen in der Landschaft zu sehen. Auf der Unterkante zeigt eine blaue Linie in Richtung Südosten.

Die Feldmesser benutzten es bei ihrer Arbeit als Hilfslinie, die dazu diente, um in der späteren Verkoppelung sogenannte Passpunkte zwischen Urkataster und Verkoppelung zu bestimmen, da für die Verkoppelung nicht überall ein neues Trigonometrisches und Polygonometrisches Netz angelegt wurde.

In der Urkarte von 1858 und auf dem Messtischblatt 4519 ist der Standort mit einem Symbol gekennzeichnet.

 

Am Büchenberg tritt der Kalkstein des "mittleren Zechsteins" zu Tage. Aus dem Jahre 1818 liegt ein Antrag auf Anlage eines Kalkbrennofens am Büchenberg und unter dem Huxstein vor. Der Zechstein der Hänge ist dickbankig und wurde in zahlreichen Brüchen abgebaut.

 

Der Büchenberg von Westheim aus, noch ganz unbewaldet.

 

Links ist ein älterer Steinbruch zu sehen, der ab 1948 von Paul Zimmermann aus der Rummeckenmühle einige Jahre wieder in Betrieb genommen wurde.

 

Gegenüber dem Büchenberg an der Schönebikke bestand bis zum 2. Weltkrieg noch ein Kalkbrennofen mit 3 Schächten. Die Firma Dinkelmann brannte den im anschließenden Bruch gewonnenen Kalkstein. Es waren schon ein Mahlwerk und eine Absackmaschine vorhanden. Nach dem Kriege wurde der Betrieb nicht wieder eröffnet.

 

Andere Kalksteinbrüche wurden nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgemacht bzw. neu eröffnet. An der Ecke Kallental - Diemeltal wurde der Betrieb eines ehemaligen Gemeindesteinbruches der Westheimer Gemeinde von H. Plempe, 1948 bis 1956, und von 1956 bis in die 1960er Jahre von der Fa. Wiemers aufgenommen. Auch hier stellte die Firma Betonsplit her.

Die Entwicklung des Fernverkehrs brachte es mit sich, das der Weserkies preiswert auf die Baustellen transportiert werden konnte und der gebrochene Split nicht kokurrieren konnte. Die strengeren Bestimmungen im Bauwesen sorgten dann dafür, dass die Kalksplitherstellung aufhörte.

 

Entnommen:

Hesperinghausen

Geschichte eines Dorfes im roten Land. 1246-2013 Mit freundlicherGenehmigung des Autors Heinrich Bodenhausen, sowie dem Herausgeber Waldeckischer Geschichtsverein e. V. Bad Arolsen.

Wolfgang Becker

Ortsheimatpfeger

Westheim

Die Eisenbahn in Westheim

 

Vorwort:

Zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im Sauerland eine große Anzahl von Erzgruben, so z.B. um Brilon die Gruben in Messinghausen, Rösenbeck, Bredelar, Giershagen und Padberg. Durch hohe Transportkosten waren die kleinen Betriebe gegenüber den Großbetrieben im Rheinland nicht konkurrenzfähig.

Durch den Bau der Oberen Ruhrtalbahn sollte auch dieses Problem verringert werden. Nachdem die älteren Verkehrswege (es gab hier schon welche aus der Römerzeit) sehr unwegsam und für große Lasttransporte ungeeignet waren, wurden mit der Ruhrtalstraße 1835 und der Möhnetalstraße zwischen Rüthen und Brilon 1842 die ersten besseren Verkehrswege in Form von festen Straßen erbaut, gefolgt von der Verbindung Brilon - Korbach (1847-1850), der Almestraße (1855) und der Ruhr-Hoppecke-Straße (1859). Der Straßenbau brachte viele Arbeitsplätze.

Planung:

1. Vorstellungen zum Bau einer Bahnstrecke durch das obere Ruhrtal gab es schon im Jahr 1849.Nach langwierigen Streitigkeiten um die Finanzierung und Streckenführung (die Bahn sollte z.B. zuerst direkt über Brilon und nicht über Brilon Wald führen) erhielt die Bergisch-Märkische Eisenbahn am 1. Oktober 1866 die Konzession zum Bau der Oberen Ruhrtalbahn. Durch politische Gegebenheiten hatten sich zwischenzeitlich auch andere Probleme erledigt: Kassel wurde 1866 preußisch und mit dem Erwerb der Hessischen Nordbahn stand einem Anschluss bei Warburg nichts mehr im Weg.

Streckenbau:

Beim Bau der Bahn wurde durchgehend zweigleisig geplant, obwohl zuerst nur eingleisig ausgeführt. Zwischen 1870 und 1900 wurde die gesamte Strecke auf zweigleisigen Betrieb aufgerüstet. Die Bauarbeiten fanden nicht wie heute üblich mit Bagger und LKW sondern mit Schaufel und Spaten, und Pferdegezogenen Feldbahnen statt.

Am 01.06.1873 stand die gesamte Strecke von Schwerte bis Warburg dem Durchgangsverkehr zur Verfügung. Mit der Eisenbahn kam das traditionelle Fuhrmannsgeschäft allmählich zum Erliegen. Die Orte an der Bahnstrecke konnten sich in den folgenden Jahren prächtig entwickeln, nicht zuletzt weil die Bahn viele Arbeitsplätze schuf.

Der Bau der 180 km langen Strecke zwischen Schwerte und Warburg vollzog sich in folgenden Schritten (Eröffnungsdaten) :

 

Schwerte-Arnsberg 43,20 km 01.06.1870
Arnsberg-Meschede 19,79 km 18.12.1871
Meschede-Nuttlar 10,48 km 01.07.1872
Nuttlar-Warburg 65,88 km 06.01.1873

 

Nebenbahnen:


Nebenbahnen der Preußischen Staatsbahn:


Paderborn - Brilon Wald 1898-1901
Nuttlar - Frankenberg 1902-1908
Brilon Wald - Korbach 1914-1917

Private Neben- und Kleinbahnen:


Bredelar - Martenberg (1000 mm) 1874/1875
Soest - Brilon Stadt 1898/1899
Steinhelle - Medebach 1902/1903

 

Geplant aber nicht verwirklicht:

Als wichtiger Plan ist noch der Bau einer Bahnstrecke von Bad Wildungen über Korbach nach Marsberg bzw. Bredelar zu erwähnen. Auf ein Schreiben des Landeshauptmanns der Provinz Westfalen, Dr. Hammerschmidt, an den Minister der öffentlichen Arbeiten in Berlin im Jahre 1905 schickte dieser eine Kommission nach Marsberg. Diese beging die möglichen Strecken Korbach - Brilon Wald, Korbach - Marsberg und Korbach - Bredelar. Die Bahn wurde auf Anraten der Untersuchungskommission in Brilon Wald an die obere Ruhrtalbahn angeschlossen, so dass Marsberg die Bedeutung als Streckenknoten leider nicht zu teil wurde.

Der Rückbau:

Im Jahr 1984 wurde im Zuge der Umstellung auf eingleisigen Betrieb (18.07.1984) aus dem Bahnhof Westheim eine einfache Haltestelle. Auch alle Schrankenposten verschwanden in den folgenden Jahren und damit einige Arbeitsplätze.

Die heutige Strecke:

Der Bahnhof (Haltestelle) Westheim liegt am Kilometerstand 273.19 auf einer Höhe von 226 Metern.

Von Westheim in Richtung Osten führt die Bahn über Wrexen nach Scherfede. Dort zweigt eine Strecke nach Beverungen über Nörde ab. Auf diesen Gleisen fuhren früher D-Züge vom Ruhrgebiet nach Berlin. Die eigentliche Strecke geht über Warburg nach Kassel weiter.

 

Literaturverweis:

Eine Eisenbahn "über oder neben Brilon"
Klemens Wiesemann
50 Seiten; erschienen 1998 beim Briloner Heimatbund e.V.

Die Eisenbahn im Altkreis Brilon
Josef Högemann
328 Seiten; ISBN: 3922657702 ca. 35€

 

Vorerst ganz unsortiert hier ein paar Bilder, die etwas mit der Bahn in Westheim zu tun haben. Erklärungen folgen nach und nach.

 

Schützenfest in Westheim geschätzt ca. 1920er Jahre, Bild vom Dach der Schützenhalle Richtung Bahn gemacht, als Besonderheit ist der Übergang über die Bahn oben links im Bild zu erwähnen

 

Diese alte Karte zeigt die Bahnstrecken rund um Westheim

 

Bahnhof Westheim in voller Pracht, Bild geschätzt auf 195x, Besonderheit und nicht ganz zu erklären ist dei Lage der Weiche unten im Bild

 

Bahnhof Westheim, geschätzt ca. 1988

 

Bild vom Dach des Bahnhofs Westheim Richtung Warburg, der Güterbereich ist komplett verschwunden

 

damaliger Posten 271, das 2. Gleis ist bereits abgebaut

 

Dieses Bild ist aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg und zeigt eine Ansicht des Bahnhofs aus Richtung Süden

 

Auch dieses Bild ist aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Interessant ist die Werbung?!? am Zaun am Bahnsteig (rechts im Bild)

 

Das Gebäude der heutigen Zahnarztpraxis Thiele am Bahnübergang Waldecker Straße, links im Bild die Telegraphenmasten der Strecke, Bild von vor dem 2. Weltkrieg

 

Bahnübergang beim Haus Bornemann in den 1930er Jahren

 

Molkerei Westheim, ca. in der Bildmitte geht es zwischen der Molkerei und der Gaststätte zum Bahnhof, Bild aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg

 

Bahnübergang Waldecker Straße, interessant hier ist dass der Schrankenwärterposten hier gemauert war, war evtl. etwas komfortabler als der "Pappposten" aus in den 1980er Jahren

 

Feldarbeiten bei Billinghausen in den 1930er Jahren, hier war wegen der hohen Auslastung an der Strecke extra eine Blockstelle eingerichtet worden (vor dem 2. Weltkrieg)

 

Posten 272 Waldecker Straße nun in "Leichtbauweise", Dezember 1980

 

bereits verkleinerter Güterbereich mit Blick in Richtung Warburg aus Richtung Bahnhof, 18.05.1983

 

Bahnübergang Industriestraße, 18.05.1983

 

Posten 275 bei Billinghausen

 

Fahrzeugschau zum Fest der Eisenbahnfreunde

 

Fahrzeugschau zum Fest der Eisenbahnfreunde

 

Fahrzeugschau zum Fest der Eisenbahnfreunde

 

Luftbild Westheim 1990er Jahre

 

Luftbild Westheim 2008?

 

alte Aufnahme Bahnhof Westheim

 

Posten 271 (Westheim in Richtung Marsberg)

 

Posten 273 mit Bernhard Rosenkranz "Beton", welcher hier einige Jahre die Schranken kurbelte

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman, ganz rechts im Bild kann man an der Strecke das Gebäude Posten 274 ??? erkennen

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman, man kann ganz gut den Bahnhof und 2 Güterwagen erkennen

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild aus der Sammlung Rüdiger Hoffman, in der Bildmitte kann man die Einfahrsignale aus Richtung Warburg erkennen

 

Stellwerksbank Westheim Wf

 

Stellwerk Westheim

 

Luftbild ca. 1965 von Osten nach Westen

 

Luftbild ca. 1966 von Westen nach Osten

 

Bahnhof in den 1960er Jahren

 

Festnahme eines Raubmörders in Westheim

(1886)

 

Nach einer öffentlichen Fahndung der Staatsanwaltschaft Paderborn wurde nach dem Mörder der  am 26. April 1886 in Dörenhagen in ihrem Hause ermordeten Ehefrau des Johann Driller gesucht. Im Hause des Driller waren noch einige Koffer aufgebrochen und durchsucht worden. Schnell richtete sich der Tatverdacht gegen den 20jährigen Joseph „B“ aus Helmern im Kreise Warburg.

[Zum Schutz möglicher Verwandten wird der Familienname des Täters mit „B“ angegeben]

B. war gerade am 23. April nach einer Haft von 6 Wochen aus dem Paderborner Gefängnis wegen Diebstahls und wiederholten Betruges entlassen worden. Er bot sich als Ackerknecht bei den Bauern an, kassierte vorher den Lohn und erschien dann nicht zur Arbeit. Ein Schäfer hatte ihn mit einem Mittäter in der Nähe des Tatortes gesehen. Unmittelbar am Fluchtweg war eine blutbehaftete Jacke gefunden worden, die wiederum aus einem Diebstahl in Paderborn stammte.

 

Im Zuge seiner Flucht tauchte B. am 21. Mai 1886 aus Marsberg kommend in Westheim auf. Begleitet wurde er von einem Sattler aus Peckelsheim, einem Nachbarort von Helmern. Der Begleiter kannte offensichtlich die Identität des B. und auch den Fahndungsaufruf. In einem günstigen Moment informierte der Sattler den Ortsvorsteher Stendike in Westheim am Nachmittag gegen 4 Uhr darüber, dass der gesuchte Raubmörder B. gerade die Ortschaft Westheim passiere. Der Ortsvorsteher reagierte umgehend, er verliess sofort seine Wohnung um den Flüchtigen zu ergreifen. Von dem Handelsmann Rose aus Westheim erhielt Stendike den Hinweis, dass die gesuchte Person gerade in das Haus des Schreiners Asmut gegangen war. Im dem Augenblick tauchte B. vor dem Hause wieder auf und setzte seinen Weg in Richtung Ortsausgang weiter fort. Der Vorsteher hatte inzwischen den zuerst bestehenden großen Abstand von ca. 100 Schritten erheblich verkürzt und konnte erkennen, dass sich in Gegenrichtung ein mit 3 Personen besetzter Holzwagen dem Ort näherte und gleichzeitig am Ortsausgang mehrere Männer beim Straßenbau mit dem Klopfen von Steinen beschäftigt waren. Das schien eine günstige Gelegenheit zur Festnahme zu sein, da nun weder Flucht noch ernsthafter Widerstand zu befürchten waren. Der Vorsteher rief B. an und forderte ihn auf sofort stehen zu bleiben. Erst nach dem zweiten energischen Anruf blieb B. stehen. Der Vorsteher fragte ihn nach dem Namen. B. gab an, sein Name sei Meier, er stamme aus Großeneder, und er habe seine Papiere in Brilon verloren. Der Vorsteher ergriff B. am Arm und erklärte ihm, dass er nun verhaftet sei. Nun sollte der Festgenommene zunächst zum Hause des Gendarmen Lücke gebracht werden, der war aber nicht daheim. Daher wurde B. vom Vorsteher in sein Haus zu weiteren Ermittlungen abgeführt. Zur Identitätsüberprüfung des festgenommenen Mannes holte man eine Frau aus dem Dorf, die aus Großeneder stammte. Sie kannte den Mann nicht. Daraufhin sagte der Vorsteher dem Festgenommenen, dass er der gesuchte Raubmörder B. sei. Mit der Unterstützung des inzwischen herbeigeeilten Polizeidieners Fleckner wurde B. zunächst in das Arrestlokal neben dem Hause des Vorstehers in Verwahrung genommen und dort ständig bewacht. Gleichzeitig waren auch der Amtmann Stennes in Fürstenberg und der Erste Staatsanwalt Müller in Paderborn über den Sachverhalt telegrafisch  informiert worden.

Noch am gleichen Tage wurde B. unter Bewachung mit dem Abendzug von Westheim nach Paderborn transportiert.

 

Durch rechtskräftiges Urteil des Königlichen Schwurgerichtes zu Paderborn wurde B. am 9. Juli 1886 wegen Mordes und Raubmordes, verübt an der Ehefrau Johann Driller zu Dörenhagen, zur Todesstrafe und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, außerdem wegen Sittlichkeitsvergehens und schweren Diebstahls im wiederholten Rückfalle, zu einer Gesamtzuchthausstrafe von acht Jahren verurteilt. Seine Majestät der Kaiser und König wandelte durch Allerhöchsten Erlaß vom 6. September 1886 die Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe um.

Auf die ausgesetzte Belohnung von 300 Mark hatte der Sattlermeister aus Peckelsheim sofort einen Anspruch unmittelbar bei der Festnahme erhoben.

Die Belohnung wurde ihm nach eingehender Prüfung tatsächlich aber erst nach der rechtskräftigen Verurteilung des B. zuerkannt und ausgezahlt.

 

[Quelle: LAV NRW OWL, M 1 I P Nr. 291]

 

Hans-Dieter

Hibbeln

 

Herr Hans-Dieter Hibbeln aus Detmold hat wieder was in den Archiven gefunden, das Westheim betrifft:

 

 

Angehängt mal wieder eine interessante Ergänzung  für die Westheimer Homepage. Diesen Artikel habe ich zwar gefunden, aber Frau Siebers war mir freundlicherweise und selbstlos behilflich und hat diesen Artikel aus einem Amtsblatt aus der Regierungsbibliothek in Detmold kopiert. Es handelt sich in diesem Fall also um eine Detmolder/Westheimer Gemeinschaftsarbeit.

 

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